Schaden selbst bezahlen? Die Schadenfreiheitsklasse entscheidet!

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Wer in einen Unfall verwickelt ist und diesen möglicherweise auch schuldhaft verursacht hat, ist zunächst verpflichtet, den Schaden an seine Autoversicherung zu melden. Manchmal handelt es sich aber um sogenannte Bagatellschäden, die mit einem geringen Kostenaufwand beseitigt werden können. Leistet die Kfz-Versicherung Schadenersatz, erfolgt automatisch eine Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse. Je nachdem, welche Schadenfreiheitsklasse als Ausgangswert vorlag, kann es einige Jahre dauern, bis der Versicherungsnehmer diesen Stand wieder erreicht hat.

Es lohnt sich also, genau nachzurechnen, wie viel die Summe der höheren Beiträge ausmacht und ob es nicht in dem konkreten Fall wirtschaftlicher ist, auf die Leistung der Autoversicherung zu verzichten. Liegt die Schadensumme unter 600 Euro, kann es durchaus sein, dass der Verzicht auf die Regulierung für den Autofahrer günstiger ausfällt, weil er damit seine Schadenfreiheitsklasse behält. Jeder Versicherungsnehmer hat das Recht, sich von seiner Versicherungsgesellschaft exakt ausrechnen zu lassen, bis zu welcher Schadenhöhe die Regulierung aus eigener Tasche für ihn günstiger ist. Dabei sollten auch die Prämienerhöhungen durch Rückstufung in der Kasko berücksichtigt werden, falls Schäden am eigenen Auto entstanden sind.

Ein Autofahrer, der darauf verzichtet hat, seine Versicherungsgesellschaft in Anspruch zu nehmen, kann diese Entscheidung auch nachträglich rückgängig machen. Er kann, wenn die Reparatur doch teurer wird als erwartet, den Schaden nachträglich zur Regulierung anmelden. Dies muss aber innerhalb des Jahres passieren, in dem der Unfall stattgefunden hat. Eine Änderung ist auch möglich, wenn die Versicherung den Schaden bereits reguliert hat. Innerhalb einer vorgegebenen Frist kann der Versicherungsnehmer die Leistungssumme zurückbezahlen. Da eine Anhebung der Schadenfreiheitsklasse erst zum Beginn des neuen Versicherungsjahrs erfolgt, sind ihm bis dahin noch keine Nachteile entstanden.

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