Kfz-Versicherung: Unfallwagen müssen nicht repariert werden

Foto: Jörg Siebauer/pixelio.de

Wer mit einem relativ neuen Auto einen Unfall hat, muss hohe Wertverluste in Kauf nehmen. Die Kfz-Versicherung zahlt für Unfallwagen nur den Zeitwert. Dieser wird in der Regel durch einen Gutachter ermittelt und richtet sich nach dem Wert, zu dem ein gleichwertiges Fahrzeug am Tag des Unfalls hätte gekauft werden können. Übersteigen die Kosten einer Reparatur diesen Wert um mehr als 130 Prozent, spricht man von einem wirtschaftlichen Totalschaden.

Es ist aber nicht zwangsläufig notwendig, für die Kfz-Versicherung den Unfallwagen tatsächlich reparieren zu lassen. Eine solche Verpflichtung besteht nur dann, wenn die Kfz-Versicherung für die Reparatur des Unfallwagens eine Summe aufwendet, die mehr als 100 Prozent des Zeitwertes beträgt. In diesem Fall muss eine Reparatur nachgewiesen werden.

Viele Fahrer rechnen mit ihrer Kfz-Versicherung den Unfallwagen aufgrund eines Gutachtens oder eines Kostenvoranschlags für die Reparatur ab. Der Gutachter ermittelt in diesem Fall den sogenannten Restwert des Fahrzeugs. Je nachdem, wie groß der Schaden tatsächlich ist, fällt dieser Restwert höher oder niedriger aus. Da der Fahrer diesen Restwert durch Veräußerung des Unfallwagens realisieren kann, wird der Betrag in der Regel von der Erstattungssumme der Kfz-Versicherung für Unfallwagen von vornherein abgezogen.

Falls der Unfallwagen zu einem geringeren als von der Versicherung ermittelten Restwert tatsächlich verkauft wurde, muss die Kfz-Versicherung unter Umständen sogar nachweisen, wo ein höherer Preis hätte erzielt werden können. Besonders vorsichtig müssen Autofahrer bei der Beauftragung eines Gutachters sein, der für die Kfz-Versicherung den Unfallwagen bewerten soll. Handelt es sich nämlich um einen Kaskoschaden, ist allein die Kfz-Versicherung berechtigt, den Gutachter zu beauftragen. Bei einem Haftpflichtschaden darf dies auch durch den Fahrer des beschädigten Fahrzeugs erfolgen.

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