Änderung der Hauptuntersuchung: Sicherheit geht vor

Foto: tuev_sued/flickr.com

Die geplante Änderung bei der Hauptuntersuchung für Kraftfahrzeuge ist auch im Sinne der Kfz-Versicherung. Durch die vorgesehene Probefahrt des Prüfers werden unter Umständen verdeckte Mängel sichtbar, die zu Unfällen und damit auch zu Schäden im Bereich der Kfz-Versicherungen führen können.

Es reicht also in Zukunft nicht mehr aus, das Fahrzeug auf die Hebebühne zu nehmen und von außen zu begutachten. Der Prüfer muss das Fahrzeug in Gang setzen und bewegen. Eine Mindestgeschwindigkeit von acht Stundenkilometern ist vorgeschrieben. Nur so lässt sich zweifelsfrei erkennen, ob die im Fahrzeug integrierten Assistenzsysteme einwandfrei funktionieren.

Ab April 2012 tritt die Änderung der Hauptuntersuchung zunächst für alle neu zugelassenen Modelle in Kraft. Das bedeutet in der Praxis, dass die ersten Probefahrten durch die Prüfer frühestens im Jahr 2015 anstehen, da Neufahrzeuge erst nach drei Jahren zur ersten Hauptuntersuchung angemeldet werden müssen.

Die weiteren Änderungen bei der Hauptuntersuchung sind bereits ab 2012 für alle Autofahrer relevant. So müssen Prüfer in Zukunft ihre Mängelberichte deutlich detaillierter schreiben. Funktioniert zum Beispiel ein Teil der Beleuchtungsanlage nicht vorschriftsmäßig, muss der Prüfbericht darauf hinweisen, um welchen Scheinwerfer es sich handelt und welcher Mangel vorliegt.

Auch die Rückdatierung der Plakette ist ab April 2012 nicht mehr erlaubt. Die neue Frist bis zur nächsten Hauptuntersuchung beginnt also mit dem Datum, an dem die aktuelle Untersuchung durchgeführt worden ist. Damit Autofahrer nicht mit Absicht den Termin der Hauptuntersuchung verbummeln, droht aber bei einer Fristüberschreitung von zwei Monaten eine Strafgebühr. Sie beträgt 20 Prozent der Kosten für die Hauptuntersuchung. Bisher wurden Fristüberschreitungen mit Bußgeldern belegt, das Datum der Plakette wurde aber rückdatiert auf den eigentlichen Termin.

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