ESP-Pflicht, denn die Fahrsicherheit geht vor

Foto: Peter Smola/pixelio.de

Mercedes entwickelte bereits 1995 ein System, dass die Fahrdynamik eines Autos auf elektronischem Weg kontrollieren kann. Dass es jemals zu einer ESP-Pflicht kommen könnte, war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht klar. Als aber der A-Klasse-Mercedes bei einer Testfahrt in Skandinavien in einer Kurve auf die Seite fiel, wurde kurzerhand beschlossen, ESP serienmäßig in alle A-Klasse-Fahrzeuge einzubauen.

Dieser elektronische Schleuderschutz, der verhindern soll, dass das Heck eines Autos bei Kurvenfahrten ausbrechen kann, ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu mehr Fahrsicherheit. Bisher gab es die ESP-Pflicht zwar noch nicht, aber für nahezu jedes Modell, vom Kleinwagen bis zur Oberklasse, konnte das System gegen Aufpreis erworben werden.

Die Europäische Union hat nun im November beschlossen, die ESP-Pflicht für alle Neuwagen einzuführen. Drei Jahre Übergangszeit wurde der Automobilindustrie dafür eingeräumt. Ab dem 1. November 2014 muss dann jedes Neufahrzeug, dass in der EU verkauft wird, mit ESP ausgestattet sein, und zwar serienmäßig.

Inzwischen ist statistisch nachgewiesen, dass Schleuderunfälle wesentlich seltener vorkommen, wenn ein Fahrzeug mit ESP versehen ist. Verwirrend ist derzeit noch, dass einige Hersteller ihr Anti-Schleuder-System anders bezeichnen. So findet man bei BMW, Mazda oder Jaguar zum Beispiel die Dynamic Stability Control (DSC), bei Toyota die Vehicle Stability Control (VSC) oder bei Volvo die Dynamic Stability and Traction Control (DSTC).

Die Funktionsweise ist aber immer gleich. Ein Drehratensensor registriert (unterstützt von anderen Komponenten), wenn sich das Fahrzeug nicht in die Richtung bewegt, die vom Fahrer eingeschlagen wurde. Das Schleuderschutzsystem beugt dem Ausbrechen vor, indem einzelne Räder gezielt abgebremst werden. Eine defensive Fahrweise ist allerdings Voraussetzung dafür, dass ESP einwandfrei funktioniert.

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