Die Mallorca-Police bedarf einer dringenden Neuordnung

Foto: Gavin Anderson/flickr.com

Wer im Urlaub oder auf Geschäftsreisen im Ausland einen Mietwagen benötigt, sollte großen Wert auf eine vernünftige Absicherung legen. Das gilt natürlich in besonderem Maße bei der Haftpflichtversicherung. In der Vergangenheit war die Situation vorherrschend, dass nahezu überall im europäischen Ausland die gesetzlichen Deckungssummen der Kfz-Haftpflichtversicherung unterhalb des deutschen Niveaus lagen. Für diesen Fall wurde von den Autoversicherungen die sogenannte Mallorca-Police eingeführt.

Sie wird im Rahmen einer deutschen Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen und versichert den Autofahrer auch, wenn er nicht mit dem eigenen Auto, sondern mit einem Mietwagen im Ausland unterwegs ist. Diese Absicherung, die in der Vergangenheit als äußerst sinnvoll angesehen werden musste, kostet natürlich Geld. Die Versicherungsprämien für die eigene Autoversicherung können also mit dem Einschluss der Mallorc-Police durchaus höher ausfallen. Außerdem machen die unterschiedlichen Regelungen, wie sie bei den deutschen Autoversicherungen zu beobachten sind, einen Versicherungsvergleich im Rahmen der Kfz-Haftpflichtversicherung wesentlich komplizierter.

Inzwischen haben aber die meisten europäischen Länder die gesetzliche Deckungssumme bei ihren Autoversicherungen deutlich angehoben. Im Rahmen der Europäisierung ist also diese zusätzliche kostenpflichtige Absicherung in den meisten Urlaubsländern komplett überflüssig geworden. Was in den 1980er Jahren noch als sinnvoller Schutz für Autofahrer galt, ist inzwischen nicht mehr notwendig. Lediglich in einigen Reiseländern in Osteuropa gibt es hier noch Defizite.

Deshalb sollten sich Autofahrer gut überlegen, ob sie den generellen Einschluss der Absicherung bei Mietwagenfahrten über ihre eigene Autoversicherung tatsächlich benötigen. Denn auch in Staaten wie Bosnien-Herzegowina, Griechenland oder Moldawien kann man gegen einen geringen einmaligen Aufpreis die Versicherungssummen erhöhen lassen. Das ist auch dann möglich, wenn der Mietwagen bereits in Deutschland reserviert und bezahlt wird.

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