Die Insolvenz einer KFZ Versicherung ist für den Kunden eine unangenehme Sache

Foto: Hans-Peter Reichartz/pixelio.de

Die gute Nachricht ist: Es ist noch nie zur Insolvenz einer deutschen KFZ Versicherung gekommen. Betroffen waren bisher immer nur ausländische Anbieter, die den deutschen Markt erobern wollten. Zuletzt geschehen 2010, eine niederländische Direktversicherung ging in Konkurs, was 50000 deutsche Kunden direkt betraf. Was tut man in einem solchen Fall? Welche Rechte hat ein betroffener Kunde? Nicht viele, muss man ernüchternd sagen.

Die Versicherung wird den bestehenden Vertrag zu einem bestimmten Termin beenden. Nach diesem Termin fährt man ohne den Schutz der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung! Man sollte sich also schleunigst um einen neuen Anbieter für seine KFZ-Versicherung bemühen. Ein Sonderkündigungsrecht für den Kunden ist übrigens nicht vorgesehen. Zuviel bezahlte Jahresbeiträge bekommt man in den seltensten Fällen erstattet.

Beim Abschluss der neuen Versicherung hat man das Problem, dass Schadenfreiheitsklassen vor Neuabschluss erst von der Vorversicherung bestätigt werden müssen. Hier kommt es ganz auf die Kulanz des neuen Anbieters an, denn eine insolvente Versicherung kann diese Informationen oft erst viel zu spät preisgeben. Aber was passiert mit Schäden, deren Regulierung in vollem Gange ist? Für Haftpflichtschäden kommt in Deutschland der Insolvenzfonds der Autoversicherer auf. Problematischer ist das bei Schadensfällen, die in den Bereich der Kaskoversicherung fallen. Auf diesen Kosten bleiben Autofahrer oft sitzen oder erhalten nur einen Bruchteil zurück. Auch wenn man sich hierzulande relativ sicher vor Versicherungspleiten fühlen kann, sollte man sich seinen Versicherungsanbieter genau anschauen. Wer wenig Risiko eingehen will, wählt eine Versicherung nicht nur nach dem Preis, sondern eine, die in vielen Sparten etabliert ist, denn versicherungsintern fangen sich die unterschiedlichen Sparten gegenseitig auf.

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